Dürrevertriebene aus Angola: Amnesty berichtet über Menschenrechtsverletzungen in Namibia

Angolanische Frauen und Kinder, die vor einer verheerenden Dürre in ihre Nachbarländer fliehen mussten, stoßen in Namibia auf systematische Menschenrechtsverletzungen. Wie Amnesty International in einem aktuellen Bericht enthüllt, fehlen sichere und legale Migrationswege für Menschen, die aufgrund von Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen – mit gravierenden Folgen für besonders schutzbedürftige Gruppen.

Die Organisation dokumentierte zahlreiche Fälle von willkürlicher Festnahme, Ausbeutung, Diskriminierung und fehlendem Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung sowie Unterkunft. Viele der Betroffenen seien in informellen Siedlungen nahe der namibisch-angolanischen Grenze gestrandet, wo sie weder rechtlichen Schutz noch humanitäre Unterstützung erhielten.

Amnesty International fordert die namibische Regierung sowie die internationale Gemeinschaft dazu auf, spezielle Schutzmechanismen für klimabedingt Vertriebene zu schaffen. „Menschen, die durch Dürre, Überschwemmungen oder andere klimabedingte Krisen zur Flucht gezwungen werden, brauchen rechtliche Wege und menschenwürdige Bedingungen – nicht Kriminalisierung und Ausgrenzung“, heißt es im Bericht.

Die südliche Afrika-Region leidet seit Jahren unter zunehmend extremen Wetterereignissen. Die Dürre in Angola hat Zehntausende in die Nachbarländer getrieben, darunter Namibia, wo die Kapazitäten für Flüchtlinge und Migranten bereits stark belastet sind. Experten warnen, dass ohne strukturelle Lösungen die humanitäre Lage weiter eskalieren könnte.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa