Lesotho steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, die seit 2024 andauert und mittlerweile den Status eines nationalen Katastrophenzustands erreicht hat. Hauptursache ist der drastische Niedergang der lebenswichtigen Bekleidungsindustrie, die durch verschärfte US-Zölle und Handelsbeschränkungen schwer getroffen wurde. Laut aktuellen Analysen sind die Arbeitslosenzahlen im Königreich, das vollständig von Südafrika umgeben ist, auf über 30 Prozent gestiegen, während die wichtigste Handelsverbindung für weniger als ein Jahr gesichert ist.
Die Abhängigkeit von Exporten in die USA, insbesondere im Rahmen des African Growth and Opportunity Act (AGOA), hat sich als riskante Einbahnstraße erwiesen. Als Folge der Zolländerungen brachen Aufträge ein, Fabriken schlossen, und Zehntausende – vor allem Frauen – verloren ihre Arbeitsplätze. Diese Entwicklung trifft ein Land, das seit Jahrzehnten auf ausländische Märkte und Überweisungen ausländischer Arbeiter, insbesondere aus Südafrika, angewiesen ist.
Analysten verweisen darauf, dass diese strukturelle Abhängigkeit nicht neu ist. Bereits 1987 zeichnete sich eine ähnliche wirtschaftliche Verwundbarkeit ab, als die Diversifizierung der Wirtschaft versäumt wurde. Die sogenannte „Sicherheitsnetzfunktion“ der Überweisungen entpuppt sich zunehmend als trügerisch, da auch die wirtschaftliche Lage in Südafrika unter Druck steht und somit die Einkünfte aus Überweisungen zurückgehen.
Ohne umfassende Reformen, Investitionen in andere Sektoren wie Landwirtschaft oder erneuerbare Energien und eine stärkere regionale Integration bleibt Lesotho anfällig für externe Schocks. Die Regierung steht vor der Herausforderung, nicht nur kurzfristige humanitäre Maßnahmen zu ergreifen, sondern langfristig eine resiliente Wirtschaftsstruktur aufzubauen.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – Business