23 sexuelle Übergriffe in Ceuta nach Migrantenansturm aus Marokko

Seit dem massiven Grenzübertritt Tausender Migranten aus Marokko nach Ceuta Ende Juli hat die spanische Justiz 23 Fälle sexueller Übergriffe dokumentiert. Wie die Staatsanwaltschaft in Ceuta mitteilte, enthalten die Anzeigen insgesamt neun Fälle, an denen Kinder beteiligt waren. Die Vorfälle ereigneten sich in verschiedenen öffentlichen und halböffentlichen Bereichen der spanischen Exklave an der Nordafrikaküste.

Der Ansturm begann Mitte Juli, als marokkanische Behörden nach Angaben aus Spanien vorübergehend die Grenzkontrollen lockerten. Dadurch konnten innerhalb weniger Tage über 6.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta gelangen. Die spanische Regierung sprach von einer gezielten politischen Geste Rabats, um auf diplomatische Spannungen – unter anderem wegen der Western Sahara – Druck auszuüben. Marokko dementierte dies.

Die Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Kinder während der Krise hat in Spanien eine breite Debatte über Grenzsicherheit und humanitäre Verantwortung ausgelöst. Die Behörden in Ceuta arbeiten eng mit der spanischen Zentralregierung und Europol zusammen, um die Täter zu identifizieren. Bisher wurden mehrere Verdächtige festgenommen, darunter auch Personen marokkanischer Herkunft.

Die EU-Kommission hat indes eine Überprüfung der Grenzschutzmaßnahmen an den Exklaven Ceuta und Melilla angekündigt. Gleichzeitig mahnen Menschenrechtsorganisationen, dass die Identifizierung und Strafverfolgung von Tätern nicht mit einer pauschalen Kriminalisierung von Migranten verknüpft werden dürfe.

Quellen: Africanews EN