Im Frankfurter Stadtteil Nordend sorgt die Installation massiver Metallstützen in mehreren Wohnungen für Unmut unter den Mietern. Die Stützen, die aus statischen Gründen im Hauskörper montiert wurden, durchziehen nun Zimmer – darunter auch Kinderzimmer und Badezimmer. Bewohner berichten von erheblichen Beeinträchtigungen und befürchten, dass die Maßnahme Teil einer Strategie zur Verdrängung langjähriger Mieter sei, um später teure Luxuswohnungen einzurichten.
Die zuständige Immobilienfirma argumentiert, dass die Stützen notwendig seien, um die Substanz des älteren Gebäudes zu sichern. Ein Sprecher betonte gegenüber der F.A.Z., dass alle Maßnahmen bautechnisch geboten und behördlich genehmigt seien. Dennoch wächst das Misstrauen unter den Anwohnern. „Man fühlt sich wie in einer Baustelle – und das mitten im Alltag“, klagt eine Mieterin, deren Kinderzimmer nun durch einen stählernen Träger geteilt ist.
Das Nordend gilt als eines der gentrifizierungsgefährdeten Viertel Frankfurts. Mit seiner Nähe zur Innenstadt und der guten Infrastruktur steigen die Immobilienpreise kontinuierlich. Mieterinitiativen warnen davor, dass solche baulichen Eingriffe, auch wenn sie technisch legitim sind, als sanfte Räumung genutzt werden könnten. Die Stadt Frankfurt steht zunehmend unter Druck, stärker in den Schutz bezahlbaren Wohnraums einzugreifen. Bislang bleibt jedoch unklar, ob rechtliche Handhabe gegen derartige Maßnahmen besteht, solange keine offensichtlichen Bauvorschriften verletzt werden.
Quellen: FAZ Online