Mali: Oberst Alpha Yaya Sangaré nach Buchveröffentlichung zu 20 Jahren Haft verurteilt

Der malische Oberst Alpha Yaya Sangaré ist zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er ein politisches Essay über die Sicherheitslage und den Terrorismus in Mali veröffentlicht hatte. Das Gericht in Bamako sprach ihn der Verbreitung verfassungsfeindlicher Inhalte und der Störung der öffentlichen Ordnung schuldig. Die Anklage argumentierte, das Buch könne das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben und extremistische Tendenzen fördern.

Politische Rivalitäten im Hintergrund

Beobachter vermuten jedoch, dass die Verurteilung weniger mit dem Inhalt des Buches als mit internen Machtkämpfen innerhalb der herrschenden Militärjunta zusammenhängt. Sangaré, ein hochrangiger Offizier im Geheimdienst, galt als möglicher Konkurrent von Modibo Koné, dem mächtigen Chef des malischen Geheimdienstes. Berichten zufolge sah Koné in Sangarés wachsendem Einfluss und intellektuellem Profil eine Bedrohung für seine eigene Position.

Die Veröffentlichung des Buches, in dem Sangaré die Strategie der Regierung im Kampf gegen islamistische Aufständische kritisch analysierte, bot laut Experten den Vorwand für eine politische Eliminierung. Menschenrechtsorganisationen haben die Verurteilung scharf kritisiert und sprechen von einem Präzedenzfall für die Einschränkung der Meinungsfreiheit unter der Militärregierung.

Internationale Besorgnis

Die Entscheidung des malischen Gerichts stößt auch international auf Kritik. Die Vereinten Nationen und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) äußerten Bedenken über die Zunahme politisch motivierter Urteile und die Einschränkung demokratischer Grundrechte. In einem Land, das bereits unter wiederholten Putschen und anhaltender Gewalt leidet, könnte die Inhaftierung eines hohen Militärs durch eigene Reihen die Stabilität weiter gefährden.

Quellen: The Africa Report