Russische Truppen im Niger stehen zunehmend im Fokus internationaler Beobachter. Zwar wurde ihre Präsenz offiziell mit der Unterstützung bei der Bekämpfung jihadistischer Gruppen in der Sahelregion begründet, doch zunehmend mehren sich Hinweise darauf, dass ihr Hauptaugenmerk auf dem Schutz der militärischen Führung liegt. Nach Angaben der BBC übernehmen russische Einheiten Aufgaben, die weit über militärische Anti-Terror-Operationen hinausgehen – darunter die Sicherung strategischer Einrichtungen und die Abschirmung der Machthaber vor inneren und äußeren Bedrohungen.
Die Zusammenarbeit zwischen der russischen Söldnergruppe Wagner – mittlerweile formal Teil des russischen Militärs – und der jungen Militärregierung im Niger hat seit dem Putsch von 2023 kontinuierlich zugenommen. Während die Regierung in Niamey die russische Präsenz als souveräne Entscheidung zur Stabilisierung des Landes verteidigt, warnen westliche Beobachter vor einer wachsenden Abhängigkeit und einer Verschiebung geopolitischer Machtverhältnisse in der Region. Frankreich und andere westliche Partner hatten ihre militärischen Missionen im Niger eingestellt, nachdem die Militärjunta ihre Abwesenheit forderte.
Die Kritik richtet sich auch gegen die mangelnde Transparenz über die konkreten Operationen der russischen Kräfte. Menschenrechtsorganisationen berichten von eingeschränktem Zugang zu Konfliktgebieten und einer Zunahme von Berichten über Einschüchterung durch bewaffnete Gruppen mit russischer Unterstützung. Gleichzeitig bleibt unklar, inwieweit die Anwesenheit russischer Truppen tatsächlich zur Verbesserung der Sicherheitslage beiträgt – oder ob sie vor allem die Machtkonsolidierung der Militärführung stärkt.
Quellen: BBC News – World, BBC News – Africa