Sambische Fischer vertrieben: Chinesische Firma erweitert Betrieb auf Insel im Süden Sambias

Hunderte Fischer in Süd-Sambia geben an, vor mehr als drei Jahren gewaltsam von ihrer Inselheimat vertrieben worden zu sein, nachdem eine chinesisch betriebene Fischereifirma ihre Aktivitäten in der Region ausgeweitet hat. Die Betroffenen berichten von Zerstörung ihrer Häuser, Verlust ihrer Lebensgrundlage und einem jahrelangen Kampf um Anerkennung und Entschädigung. Bis heute hätten sie keine angemessene Entschädigung erhalten und dürften nicht auf ihre traditionellen Fanggründe zurückkehren.

Ein Bericht von Radio France Internationale (RFI), der durch eine Recherche bei AllAfrica veröffentlicht wurde, beleuchtet die Lage der Gemeinschaft und dokumentiert Aussagen von Augenzeugen. Diese beschreiben, wie Sicherheitskräfte im Auftrag der Firma vorgingen, Hütten niederbrannten und Familien unter Androhung von Gewalt vom Eiland verjagten. Die Insel liegt strategisch günstig am Sambesi-Fluss und ist seit Generationen ein Zentrum für Kleinflüsse-Fischerei.

Die chinesische Firma, deren genauer Name in den Berichten nicht genannt wird, soll mit Genehmigungen der lokalen Behörden arbeiten. Kritiker werfen jedoch sowohl dem Unternehmen als auch staatlichen Stellen mangelnde Transparenz und soziale Verantwortung vor. Menschenrechtsorganisationen fordern eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe und einen Dialog mit den betroffenen Gemeinden.

Das Ereignis wirft erneut Fragen zur Ausweitung chinesischer Investitionen in afrikanischen Ländern auf – insbesondere in sensiblen ökologischen und sozialen Räumen. Während wirtschaftliche Kooperationen oft als Entwicklungschance beworben werden, bleibt für viele lokale Bevölkerungsgruppen bittere Realität zurück: Vertreibung, Umweltzerstörung und Marginalisierung.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa