Kunstfest Weimar zieht positive Bilanz trotz finanzieller Unsicherheit

Das Kunstfest Weimar hat nach insgesamt 100 Veranstaltungen am Sonntag seine Pforten geschlossen. Unter der neuen künstlerischen Leitung von Katharina Germo setzte das Festival in diesem Jahr auf zeitgenössische Tanzperformances, experimentelles Theater und interdisziplinäre Formate. Das Ergebnis: ein jüngeres Publikum, volle Säle und eine positive Resonanz aus der Kulturszene – doch die Zukunft bleibt ungewiss.

‚Wir haben gezeigt, dass Weimar als kultureller Standort innovativ und relevant bleibt‘, sagte Germo bei der Abschlussbilanz. Die programmatische Neuausrichtung habe Früchte getragen, insbesondere die Zusammenarbeit mit freien Ensembles aus Ost- und Westdeutschland sowie internationale Kooperationen. Auffällig war die hohe Beteiligung junger Besucher:innen, die durch günstige Ticketmodelle und digitale Kommunikation gezielt angesprochen wurden.

Trotz des Erfolgs mahnt die Intendantin zur Vorsicht. Die finanzielle Grundlage des Festivals sei weiterhin prekär. ‚Wir arbeiten mit knappen Budgets und hängen an Förderungen, die nicht langfristig gesichert sind‘, so Germo. Sie fordert stabile Strukturen und mehr Investitionen in die kulturelle Infrastruktur Thüringens. Das Kunstfest, das seit 1993 jährlich stattfindet, ist eine der bedeutendsten kulturellen Plattformen im Osten Deutschlands – doch ohne verlässliche Finanzierung könnte seine Existenz auf dem Spiel stehen.

Quellen: MDR – Nachrichten