Eine Gruppe ehemaliger führender Mitglieder der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat in Thüringen eine neue politische Kraft gegründet. Unter der Führung von Katja Wolf, langjährige Landespolitikerin und frühere Fraktionsvorsitzende der Linkspartei in Thüringen, wurde am Sonntag in Erfurt die Partei ‚Thüringen.Gerecht‘ offiziell ins Leben gerufen. Der Schritt folgt auf monatelange interne Auseinandersetzungen innerhalb des BSW-Bundesvorstands und mit Parteigründerin Sahra Wagenknecht.
Die Gründungsmitglieder kritisieren eine zunehmende Zentralisierung der Entscheidungsmacht auf Bundesebene und fehlende Beteiligung der Landesverbände. Insbesondere die politische Ausrichtung und Kommunikationsstrategie der Bundespartei hätten zu einer Entfremdung der lokalen Basis geführt. ‚Wir wollen eine linke, sozial gerechte Politik vor Ort gestalten – ohne ideologische Starrheit und mit mehr demokratischer Partizipation‘, erklärte Katja Wolf bei der Gründungsveranstaltung.
‚Thüringen.Gerecht‘ strebt an, im kommenden Jahr an der Landtagswahl im Freistaat teilzunehmen. Die neue Partei setzt auf soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum, Bildungschancen und eine bürgernahe Politik. Ob sie die nötigen Unterstützungsunterschriften sammeln und in die parlamentarische Arbeit einziehen kann, bleibt abzuwarten. Der Schritt markiert jedoch eine signifikante Verschiebung im thüringischen Parteienspektrum – besonders in einer Zeit politischer Umbrüche auf nationaler Ebene.
Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland