Der international bekannte Philosoph Carlos Fraenkel hat die Leitung des Einstein-Forums in Potsdam übernommen. Fraenkel, der zuvor an der McGill University in Montreal und am Queen’s College in Oxford lehrte, tritt die Nachfolge von Katja Richter an, die die Institution viele Jahre geprägt hat. Mit seinem interdisziplinären und gesellschaftlich engagierten Ansatz will Fraenkel das Forum weiter öffnen – für akademische Debatten ebenso wie für interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Potsdam und der Region.
Das Einstein-Forum gilt als eine der bedeutendsten Plattformen für geistige Debatten in Deutschland. Es versteht sich als Ort des kritischen Diskurses über Wissenschaft, Kultur und Politik. Fraenkel betont, dass philosophische Fragen heute mehr denn je gesellschaftliche Relevanz besitzen – etwa im Umgang mit Technologie, Identität und Demokratie. „Wir wollen keine Eliten diskutieren lassen, sondern einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen“, sagte er bei seiner Vorstellung.
Der gebürtige Hamburger mit jüdisch-brasilianischen Wurzeln ist vor allem für seine Arbeiten zu religiösen Identitäten, Toleranz und politischer Philosophie bekannt. Sein Wechsel nach Potsdam unterstreicht die wachsende Bedeutung Brandenburgs als Standort für geistige und kulturelle Debatten. Das Einstein-Forum plant unter seiner Leitung neue Veranstaltungsformate, darunter öffentliche Dialoge, Schulprojekte und Kooperationen mit lokalen Kultureinrichtungen.
Quellen: Der Tagesspiegel