Die diesjährige Rapsernte in Brandenburg ist erneut deutlich gesunken, wie der Landesbauernverband am Montag bestätigte. Die Erträge fielen noch schlechter aus als im Vorjahr, was Landwirte auf den massenhaften Befall durch den Rapserdfloh zurückführen. Der kleine Blattkäfer, der besonders in trockenen und warmen Jahren stark vermehrt auftritt, schädigt die jungen Pflanzen so stark, dass viele nicht überleben.
„Wir verzeichnen teilweise Ertragseinbußen von bis zu 40 Prozent“, sagte ein Sprecher des Verbandes. Besonders betroffen seien Anbaugebiete in der Prignitz, der Uckermark und im Osten Brandenburgs. Die Kombination aus anhaltender Trockenheit und fehlenden wirksamen Pflanzenschutzmitteln mache die Situation für die Landwirte zunehmend dramatisch. Seit dem EU-weiten Verzicht auf bestimmte Neonikotinoide fehlen laut Experten effektive Mittel gegen den Schädling.
Der Verband fordert nun die Zulassung neuer, gezielter Wirkstoffe, die den Rapserdfloh bekämpfen, ohne Bienen und andere Nützlinge zu gefährden. Landwirtschaftsministerin Diana Mittelstädt (Grüne) zeigte Verständnis für die Not der Landwirte, mahnte aber zugleich nachhaltige Lösungen an. „Wir unterstützen Forschungsprojekte zu alternativen Bekämpfungsstrategien, etwa durch resistente Pflanzensorten oder biologische Gegenspieler“, so Mittelstädt. Gleichzeitig werde die Landesregierung auf Bundesebene Druck ausüben, um Sonderzulassungen zu ermöglichen.
Quellen: Der Tagesspiegel