Mordprozess in Düsseldorf nach Schussattacke auf Neffen eines Drogenbosses

In Düsseldorf läuft derzeit ein hochaufmerksamkeitsstarker Mordprozess, der sich um eine Schussattacke auf einen Neffen eines berüchtigten Drogenbosses dreht. Am 7. September 2026 begann vor dem zuständigen Landgericht die Hauptverhandlung gegen zwei Männer, die verdächtigt werden, im April 2025 aus einem fahrenden Fahrzeug heraus ein Taxi attackiert zu haben. Dabei feuerten die Täter insgesamt zehn Schüsse ab, von denen sieben das Fahrzeug trafen. Der 28-jährige Insasse, ein Verwandter des einflussreichen Drogenhändlers, überlebte den Anschlag schwer verletzt.

Die Tat hatte damals für große Aufregung in der Landeshauptstadt gesorgt und Befürchtungen vor einer Eskalation im Drogenmilieu ausgelöst. Zeugenaussagen zufolge sprangen die beiden Angeklagten aus einem flüchtenden Auto, eröffneten gezielt das Feuer und flohen anschließend. Bislang haben die Beschuldigten keine schuldigen Geständnisse abgelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Waffenbesitz vor.

Die Ermittlungen der Düsseldorfer Polizei führten über Monate hinweg zu umfangreichen Observierungen und digitalen Spuren, die schließlich zur Identifizierung der mutmaßlichen Täter führten. Die Verteidigung kündigte an, die Beweislage kritisch zu prüfen und mögliche Fehler in der polizeilichen Aufarbeitung anzusprechen. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern und könnte Einblicke in die Strukturen krimineller Netzwerke in Nordrhein-Westfalen geben.

Quellen: Der Tagesspiegel