In den Gefängnissen Nordrhein-Westfalens häufen sich die Fälle illegaler Handybesitzes: Laut einem aktuellen Bericht, der dem Landtag vorgelegt wurde, wurden zwischen 2022 und 2026 insgesamt 6.812 Mobiltelefone in Justizvollzugsanstalten sichergestellt. Die Zahlen offenbaren erhebliche Sicherheitslücken im Strafvollzug und werfen Fragen nach der Kontrolle von Schmuggelwegen auf. Besonders betroffen sind demnach die Anstalten in Viersen, Lügde und Siegburg, wo jeweils über 400 Geräte pro Jahr aufgefunden wurden.
Die Handys werden oft über Drohnen, Besucher oder sogar korrupte Mitarbeiter eingeschleust. Mit den Geräten können Häftlinge Kontakt zur Außenwelt halten, kriminelle Aktivitäten koordinieren oder Erpressungen vorbereiten. Einige Nutzer nutzten die Handys, um Drohungen gegen Politiker oder Justizbeamte zu verbreiten. Die Landesregierung bestätigte, dass die Zahlen trotz verstärkter Kontrollen und technischer Gegenmaßnahmen weiter steigen.
Im Bericht wird daher die Einführung von Mobilfunkstörsendern in ausgewählten Anstalten diskutiert – eine Maßnahme, die bisher aus rechtlichen und technischen Gründen nicht flächendeckend umgesetzt wurde. Zudem sollen Razzien intensiviert und die Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern ausgebaut werden. Die Opposition im Landtag kritisiert jedoch, dass strukturelle Probleme wie Personalmangel und veraltete Sicherheitstechnik weiterhin ungelöst seien. Die Debatte über die Modernisierung des Justizvollzugs gewinnt angesichts der Zahlen an Dringlichkeit.
Quellen: heise online