Am Tag nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt haben Tausende Menschen in Berlin gegen den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien protestiert. Allein am Brandenburger Tor versammelten sich laut Veranstaltern rund 5.000 Demonstranten, um ein klares Bekenntnis zur Demokratie und gegen politische Radikalisierung abzugeben. Die Kundgebung, zu der verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, Gewerkschaften und politische Aktivisten aufgerufen hatten, verlief friedlich.
Die Proteste in Berlin waren Teil einer bundesweiten Mobilisierungswelle. In Potsdam und Schwerin fanden zeitgleich ähnliche Demonstrationen statt. In den Reden am Brandenburger Tor wurde betont, dass der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt nicht nur ein regionales, sondern ein Alarmsignal für ganz Deutschland sei. Die Redner mahnten zur Verteidigung der politischen Mitte und warnten vor einer Normalisierung rechtsextremer Positionen in der Mitte der Gesellschaft.
Auch prominente Politiker und Persönlichkeiten aus Kultur und Zivilgesellschaft ließen ihre Unterstützung spüren. Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst besuchten am Nachmittag demonstrativ das Holocaust-Mahnmal, um ein Zeichen gegen Geschichtsvergessenheit zu setzen. Beide betonten, dass die Menschen in Ostdeutschland, die nach dem Wahlergebnis Angst verspürten, nicht allein seien.
Quellen: ZEIT Online – Deutschland, Der Tagesspiegel, ZDF Heute – Nachrichten, FAZ Online