Mafia-Prozess in Berlin: Angeklagter drohte Versicherungskaufmann mit Mord

Am Amtsgericht Tiergarten in Berlin läuft derzeit ein hochaufgeregter Prozess gegen einen Mann, der Mitglied der sogenannten „Daltons“ sein soll – einer jugendlichen türkischstämmigen Kriminalgruppierung, die in den letzten Jahren durch Erpressungen und Gewalttaten in der Berliner Unterwelt aufgefallen ist. Der Angeklagte muss sich vor Gericht verantworten, weil er einen Versicherungskaufmann systematisch erpresst und gedroht haben soll, ihn zu erschießen, falls die geforderten Geldbeträge nicht gezahlt würden.

Laut Anklage tauchte der Mann wiederholt vor dem Büro des Geschädigten auf, bedrohte ihn persönlich und nutzte dabei psychologische Einschüchterung, um seine Forderungen durchzusetzen. In einer besonders brisanten Aussage vor Gericht berichtete der Versicherungskaufmann: „Wenn ich nicht zahle, schießen sie auf mich.“ Diese Aussage unterstreicht die schwere psychische Belastung, unter der das Opfer stand. Die Ermittlungsbehörden sehen in dem Fall ein typisches Muster der „Daltons“, die vor allem kleine und mittlere Unternehmer in Berliner Stadtteilen unter Druck setzen.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe und stellt sich selbst als Opfer dar. Er behaupte, er sei von anderen Mitgliedern der Gruppe instrumentalisiert worden. Die Staatsanwaltschaft fordert eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Der Prozess wird als wegweisend für die Bekämpfung der neuen Formen organisierter Kriminalität in Berlin angesehen, die zunehmend jüngere Täter und moderne Einschüchterungsmethoden einsetzt.

Quellen: FAZ Online