Das Cooperative Framework Agreement (CFA) für den Nilbecken tritt trotz des Widerstands Ägyptens in Kraft. Wie der ehemalige äthiopische Wasserminister Alemayehu Tegenu in Addis Ababa erklärte, sei die Umsetzung des Abkommens nicht von der Zustimmung Ägyptens abhängig. Mittlerweile haben sieben Nil-Anrainerstaaten das Abkommen ratifiziert, wodurch es offiziell in Kraft getreten ist. Ziel des CFA ist eine gerechtere und nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen des Nils durch die beteiligten Länder.
Ägyptens historische Einwände
Ägypten lehnt das Abkommen seit langem ab, da es befürchtet, dass seine historischen Wasserrechte am Nil gefährdet sein könnten. Das Land bezieht über 90 Prozent seines Trink- und Brauchwassers aus dem Fluss und sieht sich durch Projekte wie den äthiopischen Renaissance-Staudamm (GERD) sowie durch das CFA strategisch unter Druck gesetzt. Bisher beruht Ägyptens Anspruch auf kolonialzeitlichen Vereinbarungen aus dem 20. Jahrhundert, die ihm den größten Teil des Nilwassers zusicherten.
Kooperation statt Konfrontation?
Die Unterzeichnerstaaten des CFA, darunter Äthiopien, Uganda, Ruanda, Tansania, Kenia, Burundi und die Demokratische Republik Kongo, argumentieren, dass das Abkommen eine moderne, kooperative Grundlage für die gemeinsame Bewirtschaftung des Flusses schaffe. Es sieht vor, eine dauerhafte Institution – die Nile River Basin Commission – einzurichten, die Streitigkeiten schlichten und Projekte koordinieren soll. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt zur Entschärfung langjähriger Spannungen, auch wenn Ägypten weiterhin außen vor bleibt.
Die Entwicklung könnte die geopolitische Dynamik im Nilbecken nachhaltig verändern. Ohne institutionelle Beteiligung droht Ägypten an Einfluss zu verlieren – während die oberhalb gelegenen Staaten ihre Wasserprojekte vorantreiben.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – North Africa, AllAfrica – Ethiopia, AllAfrica – Egypt