Todesurteil gegen Influencerin Sarah Khalifa: Ägypten verschärft Gang gegen Prominente

Ein ägyptisches Gericht hat die populäre TV-Moderatorin und Social-Media-Persönlichkeit Sarah Khalifa zum Tode verurteilt. Der Vorwurf: Beteiligung am organisierten Drogenhandel. Die 34-Jährige, die über Millionen Follower in sozialen Medien verfügt, beteuerte ihre Unschuld und erklärte in einer früheren Stellungnahme: »Ich habe in meinem Leben nicht einmal Zigaretten geraucht.« Das Urteil hat international Aufsehen erregt und erneut Fragen zur Rechtsstaatlichkeit in Ägypten aufgeworfen.

Teil einer größeren Welle von Verurteilungen?

Khalifas Fall ist nicht isoliert. In den vergangenen Jahren hat Ägypten eine Reihe prominenter Persönlichkeiten wegen Drogenhandels, Korruption oder angeblicher Gefährdung der öffentlichen Ordnung verurteilt. Kritiker sehen darin eine Strategie, öffentliche Aufmerksamkeit von politischen Spannungen abzulenken oder unliebsame Stimmen zu disziplinieren. Die Anklage argumentiert hingegen, Khalifas Netzwerk sei Teil eines internationalen Schmuggelrings gewesen, der Drogen über soziale Medien vermarktet habe.

Rechtsmittel und internationale Sorge

Da Todesurteile in Ägypten einer Bestätigung durch den Großmufti und des Obersten Gerichtshofs bedürfen, bleibt das Urteil vorerst ausgesetzt. Menschenrechtsorganisationen haben bereits interveniert und fordern eine unabhängige Überprüfung des Verfahrens. Beobachter weisen darauf hin, dass die Beweislage oft auf digitalen Spuren beruht, deren Herkunft und Rechtmäßigkeit fragwürdig seien. Die Verurteilung Khalifas wirft auch Fragen zur Rolle von Prominenz und medialer Präsenz im ägyptischen Justizsystem auf.

Während die Staatsmedien das Urteil als Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit feiern, wächst die Sorge im Ausland, dass es sich um ein abschreckendes Signal an die digitale Zivilgesellschaft handelt.

Quellen: Spiegel Online