In Sudan häufen sich Berichte über systematische Misshandlungen von Zivilistinnen, die unter Folter gezwungen werden, eine Zusammenarbeit mit den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) einzugestehen. Eine Frau namens Sahar*, deren Aussage vom Ayin Network dokumentiert wurde, berichtet von neun Monaten in einer Geheimgefängniszelle, in denen sie geschlagen, gefoltert und sexuell missbraucht wurde. „Ich verlor drei Zähne durch die Schläge und wurde so lange gedemütigt, bis ich gestand, mit den RSF zusammengearbeitet zu haben“, sagte sie.
Sahars Fall ist kein Einzelfall. Zahlreiche Frauen – darunter Lehrerinnen, Krankenschwestern und Teeverkäuferinnen – werden willkürlich festgenommen und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer gezielten Strategie, Zivilisten durch falsche Anschuldigungen einzuschüchtern und die Bevölkerung gegen mutmaßliche Kollaborateure aufzuhetzen. Die Beweise für die angebliche Zusammenarbeit fehlen dabei meist vollständig – die Geständnisse entstehen unter extremer körperlicher und psychischer Gewalt.
Die RSF-nahe Regierung, bekannt als Sudan Founding Alliance (Tasees), bestreitet derweil jegliche Verantwortung und wirft im Gegenzug den sudanesischen Streitkräften (SAF) schwere Kriegsverbrechen vor. Internationale Organisationen fordern unabhängige Untersuchungen und Zugang zu den Haftzentren, um die Berichte zu überprüfen.
Quellen: Ayin Network, Dabanga