Ende Juli 2026 kam es innerhalb weniger Stunden zu einem beispiellosen Ansturm von Zehntausenden Migranten auf die spanische Exklave Ceuta. Neue, nun deklassifizierte Geheimdokumente belegen, dass der spanische Nachrichtendienst CNI bereits am Tag zuvor vor geplanten Grenzübertritten gewarnt hatte. Den Unterlagen zufolge hatten Behörden in Madrid und Rabat Hinweise auf organisierte Aufrufe in sozialen Medien erhalten, die zu einer koordinierten Massenüberquerung aufforderten.
Die veröffentlichten Berichte zeigen, dass sowohl spanische als auch marokkanische Sicherheitskräfte vorab über die drohende Krise informiert waren. Trotz der Warnung gelang es Tausenden Migranten, die schwer bewachten Zäune zu überwinden und die Grenze zu überqueren. Ceuta wurde zeitweise nahezu entvölkert von marokkanischer Seite, während die spanische Polizei überfordert war.
Die Vorfälle werfen Fragen nach der Zusammenarbeit zwischen Marokko und Spanien im Bereich der Grenzsicherheit auf. Marokko betonte nach dem Vorfall, es habe die spanische Seite rechtzeitig über die Lage informiert und alle verfügbaren Mittel eingesetzt, um illegale Übertritte zu verhindern. Dennoch bleibt unklar, warum trotz der Warnungen keine effektiveren Gegenmaßnahmen ergriffen wurden.
Die Krise in Ceuta verdeutlicht erneut die prekäre Lage an den EU-Außengrenzen und die Herausforderungen, die durch soziale Medien vermittelte Mobilisierung entlang der Mittelmeerroute entstehen. Beobachter warnen vor weiteren ähnlichen Vorfällen, sollten die Sicherheitskooperation und die Informationsweitergabe zwischen Nordafrika und der EU nicht weiter intensiviert werden.
Quellen: ARD Tagesschau – Ausland, Al Jazeera English, ZEIT Online – Außenpolitik, BBC News – World