Die Staatsanwaltschaft Hannover hat am Donnerstagmorgen Ermittlungen gegen den niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach aufgenommen. Anlass ist eine unklare Spende in Höhe von 9900 Euro, die kurz vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl auf ein Konto der SPD eingegangen war. Obwohl die Partei die Zahlung „umgehend“ abgewiesen habe, prüfen die Behörden nun mögliche Verstöße gegen das Parteiengesetz. Hinzu kommt eine separate Untersuchung zum umstrittenen Verkauf einer städtischen Klinik in Hannover, bei dem Krach als zuständiger Politiker in der Vergangenheit eine Schlüsselrolle innehatte.
Die SPD Niedersachsen betont indes die Unschuldsvermutung und stellt sich hinter ihren Spitzenkandidaten. Auch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey aus Berlin bekräftigte öffentlich die „volle Solidarität“ der Bundespartei mit Krach. Dennoch wirft der Zeitpunkt der Ermittlungen Fragen auf: Nur wenige Tage vor der Wahl in Berlin und inmitten des laufenden Landtagswahlkampfs in Niedersachsen könnte der Vorwurf politische Wellen schlagen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte lediglich, dass die Prüfung laufe, lehnte aber weitere Stellungnahmen ab.
Der betroffene Klinikverkauf in Hannover war bereits in der Vergangenheit kritisch diskutiert worden. Gegner des Deals befürchteten eine Kommerzialisierung der Gesundheitsversorgung und eine Verschlechterung der medizinischen Qualität. Nun könnte die Verbindung zwischen dieser Entscheidung und der fraglichen Spende im Zentrum der Ermittlungen stehen. Die SPD versucht, den Schaden zu begrenzen: Man habe die Spende nicht angenommen, und Krach habe sich stets an die Regeln gehalten, hieß es aus Parteikreisen.
Quellen: Welt Online (DE, 10.09.2026 08:26), Der Tagesspiegel (DE, 10.09.2026 06:38)