Der Potsdamer Filmpreis „Clio“, der seit 2017 jährlich für herausragende filmische Auseinandersetzungen mit historischen Themen vergeben wird, geht in diesem Jahr an einen Dokumentarfilm über den Theaterregisseur Einar Schleef. Der preisgekrönte Film beleuchtet das komplexe Wirken Schleefs, dessen künstlerische Laufbahn sowohl in der DDR als auch im wiedervereinigten Deutschland verlief und dabei immer wieder gesellschaftliche und politische Grenzen überschritt.
Die Jury hob besonders die eindringliche Erzählweise und die kritische Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Wirklichkeit hervor. Schleef, der 1944 in Halle an der Saale geboren wurde und 2001 verstarb, galt als provokanter und visionärer Theatermacher, der in beiden deutschen Staaten arbeitete und oft mit staatlicher Zensur konfrontiert war. Sein Werk spiegelt die Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Kontrolle wider – ein Thema, das auch heute noch aktuell ist.
Der Filmpreis „Clio“ wird in Potsdam von der Kulturstiftung „Zukunft für Brandenburg“ vergeben und hat sich als bedeutende Auszeichnung für historisch-politische Dokumentarfilme etabliert. Mit der diesjährigen Entscheidung wird nicht nur ein bedeutender Künstler gewürdigt, sondern auch die Rolle der Kunst als Medium der Erinnerung und kritischen Auseinandersetzung gestärkt.
Quellen: Der Tagesspiegel