Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed hat auf dem 18. BRICS-Gipfel in New Delhi eine deutliche Stärkung der afrikanischen Stimme innerhalb des erweiterten BRICS-Formats gefordert. In seiner Ansprache betonte Abiy die strategische Bedeutung des Bündnisses aus Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und weiteren Beitrittsländern für die globale Südhälfte – insbesondere für Afrika. Er plädierte für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln, Märkten und regionaler Infrastruktur, um Handel und Investitionen auf dem Kontinent zu beschleunigen.
Wirtschaftliche und geopolitische Perspektiven
Abiy betonte, dass eine inklusivere wirtschaftliche Ordnung notwendig sei, um die Abhängigkeit Afrikas von traditionellen Geberinstitutionen zu verringern. Die BRICS-Initiativen zur Schaffung alternativer Finanzierungsmechanismen, wie etwa der New Development Bank, böten hierfür eine vielversprechende Plattform. Gleichzeitig rief er zu stärkerer regionaler Vernetzung auf, um die wirtschaftliche Integration Afrikas voranzutreiben – unter anderem durch verbesserte Verkehrs- und digitale Infrastruktur.
Der Gipfel endete mit der Verabschiedung der New Delhi Declaration, in der unter anderem die Aufnahme neuer Partnerländer und die Stärkung der institutionellen Zusammenarbeit festgelegt wurden. Ob Äthiopien selbst eine Beitrittskandidatur anstrebt, blieb unklar – doch das Land positioniert sich zunehmend als diplomatischer Akteur in der neuen multipolaren Weltordnung.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia, AllAfrica – Business, The Africa Report