Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung startet in München – Kapazitäten unter Druck

Seit Beginn des neuen Schuljahres gilt in Deutschland der gesetzliche Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler. In München konnten zum Auftakt alle angemeldeten Kinder einen Platz erhalten – ein erstes Erfolgserlebnis für das Bildungsdezernat. Dennoch mahnen Fachleute: Die eigentliche Bewährungsprobe stehe noch bevor, insbesondere angesichts fehlenden Personals und räumlicher Engpässe in vielen Grundschulen.

Die Stadt hatte monatelang auf diesen Schritt hingearbeitet und zusätzliche Stellen geschaffen, darunter pädagogische Fachkräfte und Koordinatoren. Dennoch sei die Situation an vielen Standorten angespannt. Einige Schulen nutzen bereits Turnhallen oder Klassenräume doppelt, andere haben externe Träger eingebunden. Elternverbände begrüßen die Maßnahme grundsätzlich, fordern aber mehr Transparenz über die Qualität der Angebote.

Bildungsexpert*innen weisen darauf hin, dass der flächendeckende Ausbau langfristig geplant werden müsse. Besonders in wachsenden Stadtteilen wie Freiham oder Berg am Laim seien neue Räume dringend erforderlich. Zudem müsse die Vergütung und Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen verbessert werden, um den steigenden Bedarf dauerhaft decken zu können. Die Münchner Stadtverwaltung verspricht, die Entwicklung kontinuierlich zu evaluieren und notfalls nachzusteuern.

Quellen: Süddeutsche Zeitung (DE, 14.09.2026 12:09)