Söder lehnt Brandmauer zur AfD ab und plädiert für inhaltliche Auseinandersetzung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die seit Jahren diskutierte „Brandmauer“ zur AfD als überkommenes Konzept zurückgewiesen. In mehreren Äußerungen am Samstag betonte der CSU-Chef, dass man den Anhängern der rechtspopulistischen Partei keinen „Märtyrer-Status“ verleihen wolle, indem man sie gänzlich aus dem politischen Diskurs ausschließe. Stattdessen müsse die Union mit inhaltlichen Lösungen auf die Sorgen der Bürger reagieren, die zur AfD treiben – etwa bei Themen wie Migration, Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit.

Söder äußerte sich nach einer Klausurtagung mit Österreichs Kanzler Karl Nehammer, wo beide Politiker die enge Verbindung zwischen der AfD und der FPÖ beklagten. Die beiden Parteien marschierten mittlerweile „Seite an Seite“, sagte Söder. Er sprach sich dafür aus, einen neuen „Schutzwall“ durch klare politische Alternativen zu bilden, statt auf symbolische Abgrenzung zu setzen. Der politische Analyst Gordon Repinski sieht in dieser Haltung eine strategische Neuausrichtung der CSU: „Söder will nicht länger nur abgrenzen, sondern gewinnen.“

Gleichzeitig zeigte sich Söder unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung, die seiner Ansicht nach strukturelle Probleme nicht entschlossen genug angehe. Die Debatte um eine mögliche Spaltung innerhalb der Unionsparteien bleibt damit virulent – während Söder auf Dialog setzt, fordern andere Politiker weiterhin strikte Isolation der AfD.

Quellen: Welt Online (DE, 14.09.2026 13:06), FAZ Online (DE, 14.09.2026 12:31), Welt Online (DE, 14.09.2026 11:41)