Sudanesische Frauen erhalten harte Strafen während des Krieges – Justizversagen kritisiert

Im weiterhin andauernden Bürgerkrieg im Sudan häufen sich Berichte über harte Strafen gegen Frauen, darunter auch Todesurteile. Hala Al-Karib, Regionaldirektorin der Strategic Initiative for Women in the Horn of Africa (SIHA), bezeichnete diese Entwicklungen als „tiefgreifendes Versagen der Justiz“. Besonders besorgniserregend sei, dass Gerichte in Konfliktgebieten weiterhin Frauen zu schweren Strafen verurteilen, während grundlegende Rechte kaum gewährleistet sind.

Die Bedingungen für eine faire Rechtsprechung seien durch den Krieg massiv beeinträchtigt. Viele Gerichte arbeiteten unter unzureichenden Bedingungen, oft ohne Zugang zu Verteidigern oder unabhängigen Beobachtern. Dennoch würden Urteile gefällt, die in friedlichen Zeiten kaum vorstellbar wären – darunter Todesstrafen für Frauen, die unter dubiosen Anklagen stehen.

Al-Karib betonte in einem Interview mit Radio Dabanga, dass die Rechte von Frauen besonders gefährdet seien, da bestehende patriarchale Strukturen im Chaos des Krieges noch stärker zum Tragen kämen. Die internationale Gemeinschaft müsse stärker auf die Lage aufmerksam machen und Druck auf die Konfliktparteien ausüben, um grundlegende Menschenrechte zu schützen.

Quellen: Dabanga