Ägyptische TV-Moderatorin Sarah Khalifa zu Tode verurteilt

Ein ägyptisches Gericht hat die bekannte Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa zusammen mit elf weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt. Die 39-Jährige, bekannt durch ihre Sendung „Mission Impossible“, in der sie kriminalitätsrelevante Themen behandelte, wurde am Samstag von offiziellen Medien als Teil eines umfassenden Drogenprozesses verurteilt.

Laut Anklage hatte Khalifa eine organisierte kriminelle Vereinigung gegründet, die mit der Herstellung und dem illegalen Handel von Betäubungsmitteln beschäftigt war. Die Behörden sprechen von einem weitverzweigten Netzwerk, das über mehrere Regionen Ägyptens hinweg operierte. Die Urteile wurden nach monatelangen Ermittlungen und einer öffentlichkeitswirksamen Gerichtsverhandlung verkündet.

Die Urteile müssen noch durch das Oberste Gericht bestätigt werden, da Todesurteile in Ägypten einer automatischen Überprüfung unterliegen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren regelmäßig die Anwendung der Todesstrafe im Land, insbesondere in Fällen, die auf indirekten Beweisen oder Geständnissen basieren, die unter Druck abgelegt wurden.

Die Verurteilung von Sarah Khalifa sorgt für große mediale Aufmerksamkeit, nicht zuletzt, weil sie selbst in ihrer Sendung oft gegen Kriminalität und Drogenkriminalität gewettert hatte. Die Diskrepanz zwischen ihrem öffentlichen Image und den ihr vorgeworfenen Taten hat für breite Debatten in ägyptischen sozialen Medien gesorgt.

Quellen: BBC News – World, The Guardian – World