Das Attentat auf Fawzi al-Mansouri, den Geheimdienstchef von Marschall Khalifa Haftar, wirft ernste Zweifel an der Durchführbarkeit internationaler Bemühungen zur Vereinigung Libyens auf. Wie der Africa Report berichtet, sah der von den USA unterstützte Plan vor, die rivalisierenden Regime im Osten und Westen des Landes bis Februar 2027 durch Wahlen zu einen. Doch der Sprengstoffanschlag vom 10. August zeigt, dass die tief verwurzelten Konflikte und Sicherheitsrisiken weiter bestehen.
Al-Mansouri war eine Schlüsselfigur innerhalb der Libyschen Nationalarmee (LNA), die weite Teile Ostlibyens kontrolliert. Seine Ermordung kurz nach dem Verlassen einer Moschee deutet auf eine gut geplante Operation hin, möglicherweise durch feindliche Netzwerke im In- oder Ausland. Experten warnen, dass solche gezielten Anschläge nicht nur die innere Sicherheit gefährden, sondern auch das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in einen friedlichen Übergang erschüttern.
US-Vermittlung unter Druck
Die Vereinigungsinitiative steht nun vor neuen Herausforderungen: Während diplomatische Akteure weiter auf Dialog setzen, zeigen gewaltsame Ereignisse wie dieser Anschlag, dass mächtige Akteure außerhalb des politischen Prozesses agieren können. Besonders im Hinblick auf die Rolle Libyens im regionalen Sahel-Konflikt wächst die Sorge, dass der Norden Afrikas weiter als Transit- und Operationszone für bewaffnete Gruppen genutzt wird. Ohne konkrete Fortschritte bei der Entwaffnung und Institutionenbildung bleibt der Weg zu freien und fairen Wahlen ungewiss.
Quellen: The Africa Report, Africanews EN