Ausstieg aus der ECOWAS: Mali, Niger und Burkina Faso bremsen westafrikanische Integration aus

Die Austritte der drei westafrikanischen Länder Mali, Niger und Burkina Faso aus der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) im Jahr 2023 haben nach Ansicht von Experten erhebliche Auswirkungen auf die regionale Integration. Wie Sunday Dare, Sonderberater des nigrischen Präsidenten Bola Tinubu für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, kürzlich erklärte, wurden durch die Abkehr der drei Nationen wichtige Protokolle zur wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit empfindlich gestört.

Besonders betroffen seien jene Abkommen, die den freien Waren- und Personenverkehr innerhalb der Region fördern sollten. Die ECOWAS hatte diese als zentrale Säulen für eine tiefere Integration der 15 Mitgliedsländer vorgesehen. Mit dem Ausscheiden der drei von Militärregierungen geführten Staaten – die sich zunehmend von westlichen Einflüssen distanzieren und enge militärische Zusammenarbeit untereinander pflegen – verlor die Organisation nicht nur an politischem Gewicht, sondern auch an praktischer Umsetzungskraft.

Die drei Länder gründeten im Januar 2024 die „Allianz der Sahelstaaten“ (Alliance of Sahel States, ASS), um ihre Zusammenarbeit in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen unabhängig von ECOWAS fortzuführen. Dieser Schritt markiert eine tiefgreifende Neuordnung der regionalen Machtverhältnisse. Beobachter warnen, dass die Spaltung Westafrikas in konkurrierende Blöcke langfristig zu wirtschaftlichen Rückschritten und erhöhter Instabilität führen könnte.

Die ECOWAS setzt weiterhin auf Diplomatie, um eine Annäherung zu ermöglichen. Doch bislang blieben konkrete Fortschritte aus. Die anhaltende Isolation der drei Länder könnte die Vision eines geeinten westafrikanischen Marktes weiter in die Ferne rücken.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Nigeria