Benins Ex-Präsident Talon vermittelt in Kirchenstreit und kündigt neues Religionsgesetz an

Obwohl er sein Amt als Präsident von Benin offiziell verlassen hat, bleibt Patrice Talon eine einflussreiche Figur im politischen Leben des westafrikanischen Landes. Aktuell positioniert er sich als Vermittler in einem eskalierenden Konflikt innerhalb der Celestial Church of Christ, einer einflussreichen protestantischen Kirche mit Zehntausenden Anhängern in Benin und darüber hinaus.

Der Machtkampf innerhalb der Kirche hat in den letzten Monaten zu Spaltungen und öffentlichen Auseinandersetzungen geführt, die auch gesellschaftliche und politische Wellen schlagen. Talon, der selbst Mitglied der Kirche ist, nutzt seine Autorität, um die streitenden Fraktionen zusammenzuführen. Gleichzeitig kündigte er an, dass ein neues Gesetz zur Organisation religiösen Lebens in Kürze zur Abstimmung stehen wird.

Beobachter sehen in diesem Schritt einen Versuch, die staatliche Ordnung über religiöse Strukturen auszuweiten – und Talon die Möglichkeit, weiterhin Einfluss auf die politische Bühne zu nehmen. Die geplante Gesetzesvorlage soll klare Regeln für die Organisation von Gottesdiensten, die Finanzierung religiöser Gemeinschaften und die Rolle kirchlicher Führer festlegen. Kritiker befürchten, dass dies zur staatlichen Kontrolle religiöser Freiheit führen könnte.

Die Celestial Church of Christ, gegründet 1947 in Nigeria, hat in Benin eine starke Anhängerschaft und spielt seit Jahrzehnten eine Rolle im sozialen und politischen Leben. Talons Engagement könnte daher nicht nur kirchliche, sondern auch weitreichende gesellschaftliche Konsequenzen haben.

Quellen: The Africa Report