Bericht: Über 7.800 Menschen in Nigeria innerhalb eines Jahres entführt – Boko Haram kassierte 90 % der Lösegelder

Laut einem aktuellen Bericht des nigerianischen Forschungsinstituts SBM Intelligence sind im Jahr 2026 rund 7.825 Menschen in Nigeria entführt worden. Die Entführungen ereigneten sich landesweit und wurden größtenteils von nichtstaatlichen Akteuren und terroristischen Gruppen verübt. Den Angaben zufolge flossen insgesamt mindestens 7,78 Milliarden Naira (etwa 5 Millionen Euro) an Lösegeldern an die Täter.

Die überwiegende Mehrheit dieser Zahlungen – mehr als 90 Prozent – soll direkt an die islamistische Terrororganisation Boko Haram gegangen sein. Die Gruppe, die seit über einem Jahrzehnt im Nordosten des Landes aktiv ist, nutzt die Einnahmen vermutlich zur Finanzierung weiterer Anschläge, Rekrutierungen und logistischer Operationen. Der Bericht unterstreicht die anhaltende Sicherheitskrise in weiten Teilen Nigerias, wo Entführungen mittlerweile zu einer systematischen Methode der Erpressung geworden sind.

Experten warnen, dass die hohe Zahl der Fälle nicht nur die Schwäche staatlicher Sicherheitskräfte offenbart, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in den Schutz durch den Staat weiter untergräbt. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, Schulen und Straßenabschnitte, an denen sogenannte Banditen mit Unterstützung oder Verbindungen zu größeren Terrornetzwerken operieren.

Quellen: Premium Times Nigeria, AllAfrica – Latest