Die chinesische Regierung hat am Mittwoch eine offizielle Reisewarnung für Eswatini ausgesprochen und ihre Staatsbürger aufgefordert, das südliche afrikanische Königreich umgehend zu verlassen. Grund sei die Gefahr von „Sicherheitsvorfällen“, wie das Außenministerium in Peking mitteilte. Die Warnung steht im Zusammenhang mit der engen diplomatischen Beziehung zwischen Eswatini und Taiwan – einem der letzte noch bestehenden bilateralen Bande, die Taiwan auf dem Kontinent unterhält.
Eswatini ist eines von nur noch zwölf Ländern weltweit, das die Souveränität Taiwans anerkennt, und zugleich das einzige afrikanische Land, das weiterhin diplomatische Beziehungen mit der Inselrepublik unterhält. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und übt seit Jahren massiven diplomatischen Druck auf Staaten aus, die Unterstützung für Taipei zeigen. Die jüngste Warnung könnte ein weiterer Schritt in dieser Strategie sein, um internationale Anerkennung für Taiwan zu isolieren.
Beobachter vermuten, dass die Reisewarnung weniger auf konkreten Bedrohungen vor Ort basiert, sondern vielmehr als politisches Signal an die Regierung in Mbabane gedacht ist. Ähnliche Maßnahmen hat China in der Vergangenheit bereits gegen andere Länder ergriffen, die enge Beziehungen zu Taiwan pflegten. Bislang gab es keine Berichte über gewaltsame Vorfälle oder spezifische Bedrohungen gegenüber chinesischen Bürgern in Eswatini.
Quellen: BBC News – World, BBC News – Africa