Die humanitäre Lage im Sudan verschärft sich weiter: Neben anhaltenden Kampfhandlungen breitet sich laut dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) die Cholera in den Regionen Darfur und Kordofan auf neue Gebiete aus. Gleichzeitig kämpfen Tausende Menschen im Süden von Omdurman mit der Folge eines drastisch gesunkenen Nilpegels – die Hauptwasserpumpe in El Salha liegt trocken, sodass Bewohner auf teures Wasser oder salzige Brunnensysteme angewiesen sind.
Das Phänomen ist nicht nur lokal: Der Rückgang des Nils beeinträchtigt zunehmend die Wasserversorgung großer Teile Zentral- und Nordsudans. In El Salha ist die Krise bereits in ihre zweite Woche gegangen. Die betroffenen Familien berichten von gesundheitlichen Problemen, besonders bei Kindern und älteren Menschen. Der Ausfall der Wasseraufbereitungsanlage hat auch Auswirkungen auf die Hygiene in Krankenhäusern und Schulen.
Parallel dazu behindern Zerstörungen und Drohnenangriffe die humanitären Hilfsoperationen. Die schlechten Straßenbedingungen im Südsudan – auch dort ein Problem für die UN-Hilfslieferungen – spiegeln die strukturellen Hindernisse wider, mit denen Helfer im gesamten Regionalkonflikt kämpfen. Die norwegische Flüchtlingsrat (NRC) kündigte jedoch ein neues dreijähriges Entwicklungsprojekt im White Nile State an, das auf Wasserversorgung, Gesundheit und Unterkünfte abzielt – ein kleiner Hoffnungsschimmer inmitten der Krise.
Quellen: AllAfrica – East Africa, Al Jazeera English