Beim jüngsten Gipfeltreffen der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) in Freetown, Sierra Leone, haben die Teilnehmerstaaten den formellen Startschuss für den Bau der Nigeria-Marokko African Atlantic Gas Pipeline (AAGP) gegeben. Bei der Zusammenkunft unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs ein zwischenstaatliches Abkommen, das die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für das millionenschwere Energieprojekt festlegt.
Die rund 6.800 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas von Nigeria entlang der westafrikanischen Atlantikküste bis nach Marokko leiten und damit zehn ECOWAS-Mitgliedstaaten miteinander verbinden. Ziel des Projekts ist es, die regionale Energieversorgung zu stabilisieren, fossile Brennstoffimporte zu reduzieren und gleichzeitig neue Einkommensquellen durch Gasexporte nach Europa zu schaffen. Experten sehen in der Pipeline einen Meilenstein für die wirtschaftliche Integration Westafrikas.
Sierra Leone als Gastgeber des Gipfels unterstrich mit der Austragung des Treffens seine wachsende Bedeutung in der regionalen Diplomatie. Die Stadt Freetown wurde zum symbolträchtigen Ort für eine Entscheidung, die weite Teile Westafrikas langfristig prägen könnte. Die Gaspipeline wird nicht nur als wirtschaftliches, sondern auch als geopolitisches Projekt interpretiert, das die Abhängigkeit von externen Energielieferanten verringern soll.
Quellen: AllAfrica – West Africa, Africanews EN