Der ehemalige somalische Präsident Sharif Sheikh Ahmed hat scharfe Kritik an einer kürzlich abgeschlossenen US-Delegation geübt, die Somalia besucht, aber die Hauptstadt Mogadischu gemieden hat. Ahmed bezeichnete diesen Schritt als beispiellos und ein deutliches Signal dafür, dass die gegenwärtige Bundesregierung unter Präsident Hassan Sheikh Mohamud an Autorität und internationaler Anerkennung verliere.
Die US-Delegation reiste während ihres Aufenthalts in die autonomen Regionen Somalilands und Puntlands, unternahm jedoch keinen offiziellen Besuch in Mogadischu. Diese Entscheidung sei „historisch ohne Beispiel“, betonte Ahmed gegenüber Shabelle Media Network. Er argumentierte, dass ein solches diplomatisches Ausbleiben in der Vergangenheit stets als Zeichen politischer Isolation verstanden worden sei. Die Abwesenheit der Amerikaner untergrabe das Vertrauen der Bevölkerung in die Zentralregierung.
Die USA betonten nach dem Besuch, dass die Reise auf Stärkung regionaler Sicherheitskooperation und humanitärer Zusammenarbeit ausgerichtet gewesen sei. Unklar bleibt jedoch, ob die Regierung in Mogadischu von den Gesprächen informiert war. Beobachter sehen in dem Schritt eine mögliche Eskalation im Spannungsfeld zwischen Zentralregierung und den autonomen Regionen, die zunehmend eigenständige Außenbeziehungen pflegen.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa