Der Chef des Militärgeheimdienstes der ostlibyschen Armee, Fawzi al-Mansouri, ist am Dienstag bei einem Autobombenanschlag in der Stadt Benghazi getötet worden. Die Armee von General Khalifa Haftar, der die libysche Nationalarmee (LNA) im Osten des Landes führt, bestätigte den Anschlag und bezeichnete al-Mansouri als hochrangigen und vertrauenswürdigen Offizier. Der Sprengsatz detonierte, als sich sein Fahrzeug in einem bewachten Viertel der Stadt befand.
Die Verantwortung für den Anschlag wurde bislang von keiner Gruppe übernommen. Sicherheitsanalysten vermuten jedoch, dass islamistische Milizen oder rivalisierende bewaffnete Gruppen hinter der Tat stehen könnten. Benghazi gilt als eine der wichtigsten Städte der LNA und wurde nach jahrelangen Kämpfen 2017 unter Kontrolle gebracht. Dennoch bleibt die Sicherheitslage in der Stadt angespannt, insbesondere angesichts wiederkehrender Anschläge auf hohe Militärs.
Die Ermordung von al-Mansouri erfolgt zu einem Zeitpunkt, da internationale Bemühungen zur Wiedervereinigung Libyens zwischen ost- und westbasierten Institutionen weiterhin stocken. Der Anschlag untergräbt das Sicherheitsimage der Haftar-geführten Region und könnte zu weiteren Spannungen innerhalb der militärischen Führung führen. Beobachter warnen vor möglichen Vergeltungsaktionen, die die fragile Stabilität im Osten Libyens gefährden könnten.
Die Vereinten Nationen und die EU verurteilten den Anschlag und betonten erneut die Notwendigkeit eines inklusiven politischen Dialogs. Gleichzeitig mahnen sie, dass militärische Eskalationen die Chancen auf dauerhaften Frieden weiter verringern.
Quellen: France 24 – Africa