Eskom räumt Zahlungen in Höhe von drei Milliarden Rand außerhalb vertraglicher Vereinbarungen ein

Der staatliche südafrikanische Energieversorger Eskom hat bekanntgegeben, dass Zahlungen in Höhe von insgesamt drei Milliarden südafrikanischen Rand (ca. 160 Millionen Euro) im Rahmen von Dieselverträgen unter Bedingungen erfolgt sind, die nicht den ursprünglichen Verträgen entsprachen. Die Offenlegung ist Teil der Ergebnisse einer 18-monatigen internen Untersuchung zu insgesamt 21 Milliarden Rand umfassenden Dieselverträgen, die in der Vergangenheit bereits Gegenstand von Korruptionsvorwürfen waren.

Trotz der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse kritisieren Beobachter, dass Eskom keine umfassende und transparente Aufklärung vorgenommen hat. Insbesondere fehlen konkrete Angaben zu den beteiligten Unternehmen, den genauen Umständen der außervertraglichen Zahlungen sowie zu möglichen internen Verantwortlichen. Die Unklarheiten nähren erneut Befürchtungen, dass systemische Misswirtschaft und mangelnde Rechenschaftspflicht im Unternehmen weiterbestehen.

Die Dieselverträge waren bereits in den letzten Jahren in die Kritik geraten, da Eskom während anhaltender Stromausfälle („Load Shedding“) auf teure Notstromdieselgeneratoren angewiesen war. Kritiker vermuten, dass dieses Umfeld für fragwürdige Geschäfte genutzt wurde. Die aktuelle Offenlegung könnte neue Ermittlungen anstoßen und den Druck auf die Unternehmensführung erhöhen, strukturelle Reformen voranzutreiben.

Während die südafrikanische Regierung seit Jahren versucht, die Finanz- und Betriebslage von Eskom zu stabilisieren, bleibt das Unternehmen ein zentrales Hindernis für eine zuverlässige Energieversorgung im Land. Die neuesten Enthüllungen könnten das Vertrauen der Öffentlichkeit weiter untergraben und die Bemühungen um eine nachhaltige Sanierung zusätzlich erschweren.

Quellen: AllAfrica – Business, AllAfrica – Southern Africa