Die öffentliche Verschuldung Gabuns hat sich bis zum Ende des Jahres 2025 binnen zwölf Monaten um 23 Prozent erhöht und lag bei 8.780,3 Milliarden FCFA. Wie aus Daten der Finanzagentur Daba Finance hervorgeht, ist dieser deutliche Anstieg vor allem auf eine verstärkte Inlandsfinanzierung zurückzuführen. Die Regierung hat sich dabei zunehmend von traditionellen externen Finanzierungsquellen verabschiedet und setzt stattdessen stärker auf regionale Kapitalmärkte.
Diese Strategie weist auf einen strukturellen Wandel in der Haushaltspolitik des zentralafrikanischen Landes hin. Hintergrund ist unter anderem der wachsende Druck, trotz sinkender Rohstoffeinnahmen staatliche Projekte und Infrastrukturmaßnahmen weiterzuführen. Die Abkehr von internationalen Kreditgebern zugunsten heimischer und regionaler Anleihemärkte soll kurzfristig Liquidität schaffen, birgt aber langfristig das Risiko steigender Zinslasten und erhöhter Inflation.
Ökonomen warnen, dass die zunehmende Abhängigkeit von Inlandsanleihen die finanzielle Stabilität des Landes belasten könnte, insbesondere wenn die wirtschaftliche Erholung hinter den Erwartungen bleibt. Gleichzeitig hofft die Regierung, durch gezielte Reformen und Investitionen in Diversifikation – etwa im Agrar- und Dienstleistungssektor – die Wachstumsbasis zu verbreitern und die Abhängigkeit von Öl zu verringern, das bisher einen Großteil der Staatseinnahmen sichert.
Die Entwicklung zeigt, dass Gabun an einem wirtschaftlichen Scheideweg steht: einerseits die Notwendigkeit, Investitionen zu finanzieren, andererseits die Gefahr einer übermäßigen Verschuldung. Die Entscheidung, verstärkt regionale Märkte zu nutzen, könnte ein erster Schritt in Richtung finanzieller Souveränität sein – doch ob sie nachhaltig ist, bleibt abzuwarten.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Central Africa, AllAfrica – Business