Gewalt in Gurage: Mindestens 16 Tote und Dutzende Entführungen nach Überfall

In der Nacht zum Dienstag hat ein schwerer bewaffneter Überfall im Distrikt Abeshige in der äthiopischen Region Gurage mindestens 16 Zivilisten das Leben gekostet. Wie Anwohner gegenüber dem Nachrichtenportal Addis Standard berichteten, wurden zudem mehr als 16 Frauen und Kinder entführt. Die Attacke ereignete sich in einem ländlichen Gebiet der zentraläthiopischen Regionalstaat, das in der Vergangenheit immer wieder von ethnischen Spannungen und lokalen Konflikten betroffen war.

Augenzeugen schilderten, wie schwer bewaffnete Angreifer mehrere Dörfer stürmten, Häuser in Brand setzten und gezielt Zivilisten angriffen. Die genauen Hintergründe und die Identität der Täter sind bislang unbekannt. Sicherheitskräfte wurden in die Region entsandt, um die Lage zu stabilisieren und nach den Entführten zu suchen. Die äthiopische Regierung hat bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

Die Region Gurage liegt etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Addis Abeba und ist ethnisch vielfältig. In den letzten Jahren kam es dort immer wieder zu Spannungen zwischen lokalen Gemeinschaften, oft verschärft durch Landkonflikte und politische Mobilisierung. Die jüngste Gewalttat wirft erneut Fragen zur Sicherheitslage in ländlichen Gebieten Äthiopiens auf, wo staatliche Präsenz oft begrenzt ist.

Menschenrechtsorganisationen haben zu einer unabhängigen Untersuchung aufgerufen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und weitere Eskalationen zu verhindern. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung in der Region mit wachsender Sorge, insbesondere vor dem Hintergrund vergangener ethnisch motivierter Gewalt in anderen Teilen des Landes.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia