Guinea hat bekanntgegeben, dass es nicht an den Plänen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) zur Einführung einer gemeinsamen Währung teilnehmen wird. Die neue Währung „Eco“, die im Juli 2027 in 12 Mitgliedsländern eingeführt werden soll, wird somit in Guinea nicht gelten. Stattdessen wird das Land seine nationale Währung – den Guineischen Franc – weiterhin nutzen.
Die Entscheidung macht Guinea zum ersten ECOWAS-Mitglied, das sich offiziell aus der geplanten Währungsunion zurückzieht. Hintergrund sind offenbar wirtschaftspolitische Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Geldpolitik sowie der makroökonomischen Stabilität unter den Bedingungen einer einheitlichen Währung. Beobachter vermuten zudem, dass innenpolitische Überlegungen und Misstrauen gegenüber regionalen Institutionen eine Rolle spielen könnten.
Auswirkungen auf die regionale Integration
Die Absage Guineas könnte Signalwirkung haben, insbesondere für andere Länder mit skeptischer Haltung gegenüber zentralisierten wirtschaftlichen Strukturen. Die ECOWAS hatte die Einführung des „Eco“ als Meilenstein für die wirtschaftliche Integration Westafrikas gefeiert. Bislang hatten nur frankophon geprägte Länder wie die Mitglieder der WAEMU bereits den CFA-Franc genutzt, während englischsprachige Staaten wie Nigeria noch über eigene Währungen verfügten.
Guineas Schritt verdeutlicht die Herausforderungen bei der Harmonisierung nationaler Interessen innerhalb der Region. Experten warnen, dass einzelne Ausstiege das Vertrauen in die Machbarkeit des Projekts beeinträchtigen könnten. Gleichzeitig betont die ECOWAS, dass die Teilnahme freiwillig sei und die Union weiterhin an der Stabilität und Konvergenz der Volkswirtschaften arbeiten werde.
Quellen: Africanews EN