Der guineische Präsident Mamady Doumbouya hat 173 Soldaten aus dem Militär entlassen, darunter einen ehemaligen engen Verbündeten aus der Zeit des Militärputsches von 2021. Die offizielle Begründung lautet Fahnenflucht, doch Analysten vermuten dahinter eine strategische Machtkonsolidierung innerhalb der Streitkräfte.
Unter den Entlassenen befindet sich Colonel Oumar Diakité, der während des Umsturzes eine zentrale Rolle spielte und bis vor Kurzem als stellvertretender Kommandeur der Präsidentengarde diente. Seine Entfernung wirft Fragen über innere Spannungen innerhalb der militärischen Führungsschicht auf. Die Regierung veröffentlichte keine weiteren Details zu den Vorwürfen, bestätigte jedoch die sofortige Amtsenthebung aller Betroffenen.
Zeichen interner Machtkämpfe
Experten deuten die Massentlassung als Zeichen dafür, dass Präsident Doumbouya, selbst ein ehemaliger Offizier, zunehmend versucht, potenzielle Rivalen im Militär auszuschalten. Seit seiner Übernahme der Macht nach dem Sturz des damaligen Präsidenten Alpha Condé bemüht sich Doumbouya um eine Neustrukturierung der Armee und die Etablierung eines loyaleren Sicherheitsapparats.
Die Maßnahme erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt: Guinea bereitet sich auf einen geplanten Übergang zur zivilen Herrschaft vor, dessen konkreter Fahrplan jedoch weiter unklar bleibt. Internationale Beobachter warnen vor einer weiteren Instabilität, falls innere Machtkämpfe im Militär öffentlich eskalieren.
Quellen: BBC News – World, BBC News – Africa