Hitzewelle in Tunesien: Über 150 Todesopfer und flächendeckende Stromausfälle

Die anhaltende Hitzewelle in Tunesien hat nach Angaben der Ärztevereinigung der jungen Ärzte zwischen 150 und 200 Todesopfer gefordert. Die extremen Temperaturen, die wochenlang über 45 Grad Celsius erreichten, belasteten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das ohnehin fragile Energiesystem des Landes. Um die Energieversorgung zu stabilisieren, verhängten die Behörden flächendeckende Rotationsabschaltungen, die tagelang Teile des Landes ohne Strom ließen.

Die Stromausfälle hatten verheerende Folgen für lokale Unternehmen, insbesondere im Lebensmittel- und Gesundheitssektor. Viele Händler verloren große Mengen an verderblicher Ware, da Kühlsysteme ausfielen. Krankenhäuser berichteten von Notfällen, bei denen Beatmungsgeräte und Kühlaggregate zeitweise nicht betriebsbereit waren. Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich nach vorläufigen Schätzungen auf mehrere Millionen Dinar.

Mittlerweile kündigen die Behörden an, dass sich die Lage stabilisiert, da die Temperaturen leicht zurückgehen und die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt wird. Dennoch wirft die Krise ein Schlaglicht auf die strukturellen Schwächen der tunesischen Energieinfrastruktur. Experten warnen, dass der Klimawandel solche Extremsituationen künftig häufiger machen könnte – und Tunesien nur unzureichend darauf vorbereitet ist.

Quellen: France 24 – Africa