Illegale Sandgewinnung frisst Kap-Verdes Küstenlinie auf

Die einst idyllischen Strände der kapverdischen Insel Santiago sind heute kaum wiederzuerkennen. Jahrzehntelang wurde Meersand illegal abgebaut, um den boomenden Bauwirtschaftsbedarf zu decken – mit verheerenden Folgen für die Umwelt und lokale Gemeinschaften. Was einst als kleiner, informeller Handel begann, hat sich zu einem organisierten Geschäft ausgewachsen, das heute ganze Küstenabschnitte zerstört.

Umwelt und Landwirtschaft unter Druck

Die fortschreitende Erosion führt nicht nur zum Verlust natürlicher Lebensräume, sondern begünstigt auch die Versalzung von Ackerland. Betroffene Böden können zunehmend keine Nahrungsmittel mehr tragen, was die Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung gefährdet. Experten warnen, dass sich die Schäden über die Küstenregionen hinaus auswirken und langfristig die landwirtschaftliche Produktivität des gesamten Archipels beeinträchtigen könnten.

Soziale Folgen: Frauen tragen die Last

Besonders betroffen sind Frauen in den Küstendörfern, die oft gezwungen sind, illegal Sand abzubauen oder ihn zu transportieren, um ihren Familien zu helfen. Ohne sichere Arbeitsbedingungen oder Schutzausrüstung riskieren sie ihre Gesundheit – bei minimalen Einkünften. Die sozialen Strukturen geraten unter Druck, während staatliche Kontrollen bislang unzureichend wirken.

Obwohl Umweltorganisationen und lokale Aktivisten immer lauter auf die Krise aufmerksam machen, fehlt es an wirksamen Maßnahmen zur Regulierung des Sandabbaus. Die kapverdische Regierung steht vor der Herausforderung, wirtschaftliche Interessen mit ökologischem Schutz und sozialer Gerechtigkeit in Einklang zu bringen.

Quellen: France 24 – Africa