Die stellvertretende Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC), Nazhat Shameem Khan, hat in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats über die laufenden Untersuchungen zu schweren Völkerrechtsverletzungen im westsudanesischen Darfur berichtet. Der Besuch von Khan in mehreren Flüchtlingslagern im Osten des Tschad – darunter Adre, Farchana und Goz Beida – bildete einen zentralen Bestandteil ihrer Vorbereitungen. Dort traf sie mit vertriebenen Bewohnern aus der Krisenregion Darfur zusammen, um direkte Zeugenaussagen zu sammeln und die humanitäre Lage vor Ort einzuschätzen.
Die Lager im tschadischen Grenzgebiet beherbergen Tausende Menschen, die vor der anhaltenden Gewalt im Sudan geflohen sind. Khan betonte in ihrer Ansprache vor dem Sicherheitsrat die Dringlichkeit der Ermittlungen und warnte vor weiteren schweren Verbrechen, insbesondere in der Stadt El Obeid, wo aktuell massive Angriffe gemeldet wurden. Die Gespräche mit den Betroffenen im Tschad hätten neue Hinweise auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit geliefert, die nun juristisch geprüft werden.
Der Tschad spielt seit Jahren eine entscheidende Rolle als Aufnahmeland für Flüchtlinge aus der Region Darfur. Die Zusammenarbeit zwischen dem ICC, den lokalen Behörden und internationalen Organisationen wird als entscheidend für die Aufarbeitung von Verbrechen angesehen. Khans Besuch unterstreicht die wachsende Bedeutung der Flüchtlingscamps im Osten des Landes nicht nur als humanitäre, sondern auch als juristische Schnittstelle für die Aufklärung von Kriegsverbrechen.
Quellen: AllAfrica – East Africa