Kap Verde im Fokus: Sandabbau durch Frauen auf Praias Stränden

Auf einer felsigen Küste der kapverdischen Inselhauptstadt Praia kämpfen Frauen wie Maria und Vania täglich gegen die heranrollenden Wellen, um schwarzen Vulkansand abzubauen. Mit Eimern in der Hand sammeln sie das Material unmittelbar nach dem Zurückweichen der Brandung ein und balancieren die schweren Lasten auf dem Kopf zu illegalen Zwischenlagern. Der Sand wird als Baumaterial gehandelt und ist besonders begehrt für Bauvorhaben – doch der Abbau erfolgt oft ohne Genehmigung und unter prekären Bedingungen.

Dieser informelle Sektor wird vor allem von Frauen getragen, die aufgrund mangelnder Alternativen in der Arbeitswelt in diese gefährliche Tätigkeit gedrängt werden. Der kontinuierliche Abbau führt jedoch zu einer fortschreitenden Erosion der Strände und gefährdet die Küstenökologie. Umweltschützer warnen vor den langfristigen Konsequenzen, während die Behörden bislang kaum effektive Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Handels ergriffen haben.

Der Druck auf die Naturressourcen der Inselgruppe nimmt zu, während gleichzeitig der Wohnungsbedarf und die Bauaktivitäten ansteigen. Der Fall der Sandarbeiterinnen unterstreicht die Spannungen zwischen ökonomischer Notwendigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit – ein Dilemma, das auch andere Küstenregionen Afrikas betrifft.

Quellen: Africanews EN