Kenianische und ostafrikanische Frauenrechtsorganisationen haben vor einem möglichen Rückschritt bei den Rechten von Frauen und Mädchen gewarnt. Wie sie am Dienstag betonten, würden zunehmend Begriffe wie „Familienwerte“, Religion, kulturelle Tradition und nationale Souveränität instrumentalisiert, um gesetzliche Schutzbestimmungen für Frauen zu untergraben. Besonders besorgniserregend sei, dass diese Argumentation international an Fahrt gewinne – just in der Vorwoche zur 81. UN-Generalversammlung (UNGA81), wo globale Gleichstellungsziele erneut verhandelt werden.
Vertreterinnen zivilgesellschaftlicher Gruppen fordern eine stärkere öffentliche Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen sowie mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht von Entscheidungsträgern. Sie weisen darauf hin, dass Errungenschaften im Bereich Geschlechtergleichheit – etwa im Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und politischer Partizipation – nicht als selbstverständlich angesehen werden dürfen. Stattdessen müsse aktiv dagegen gearbeitet werden, dass patriarchale Narrative politisch genutzt würden, um Fortschritte rückgängig zu machen.
Die Warnung richtet sich nicht nur an die kenianische Regierung, sondern auch an andere afrikanische Staaten, die ähnliche Diskurse beobachten. Die Organisationen plädieren dafür, internationale Menschenrechtsstandards konsequent weiterzuentwickeln – statt sie durch selektive kulturelle Argumente zu schwächen.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Kenya