Ein leitender Beamter des Central Prison in Monrovia hat schwere Vorwürfe gegen die liberianische Polizei erhoben und vor einer potenziellen Massenflucht aus der überfüllten Haftanstalt gewarnt. Der Offizier, der bis zum 1. August die täglichen Operationen des Gefängnisses leitete, berichtet, dass eine plötzliche Polizeiaktion zur damaligen Zeit das Risiko einer systemischen Eskalation erhöht habe. Das Gefängnis beherbergt rund 1.800 Insassen, darunter mehrere Hauptverdächtige im laufenden Ermittlungsverfahren zu einem millionenschweren Drogenhandelsfall.
Der entlassene Beamte argumentiert, dass die Art und Weise, wie er abgelöst wurde, Sicherheitsprotokolle untergraben und das Gefängnis anfällig für Unruhen gemacht habe. Er befürchtet, dass gut organisierte Gruppen innerhalb der Häftlingspopulation die Situation hätten ausnutzen können, um einen koordinierten Ausbruch zu versuchen. Angesichts der Brisanz des laufenden Drogenprozesses schlägt er vor, Schlüsselverdächtige vorübergehend außerhalb Liberias festzuhalten, um sowohl die nationale Sicherheit als auch die Integrität der Ermittlungen zu gewährleisten.
Senatsausschuss fordert Rückzug der Polizeiführung
Unterdessen hat der Vorsitzende des Justizausschusses des Senats, Senator J. Wesley Burrowes, öffentlich gefordert, dass der Generalinspekteur der Polizei sowie weitere hochrangige Sicherheitsbeamte sich aus den laufenden Ermittlungen zurückziehen sollen. Seiner Ansicht nach können Institutionen, die selbst Teil der Untersuchung sind, nicht glaubwürdig ermitteln. Diese Entwicklung verschärft die Debatte über die Unabhängigkeit und Integrität der Strafverfolgungsbehörden in Liberia.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa