Liberias politische Spannungen haben sich weiter verschärft, nachdem Mulbah K. Morlu, Vorsitzender der Sonderkommission zur Bekämpfung von Betrug und Korruption (STAND), schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Präsident Joseph Nyuma Boakai erhoben hat. Morlu beschuldigte die Behörden der ‚heuchlerischen Doppelmoral‘, nachdem Dutzende bewaffnete Polizisten innerhalb weniger Stunden nach der Sicherstellung einer Pistelte bei ihm zu Hause sein Anwesen umstellt hatten.
Im Gegensatz dazu zeige die Regierung keinerlei Dringlichkeit bei der Aufklärung des jüngsten Drogenfundes am Roberts International Airport, bei dem Kokain im Wert von 19,2 Millionen US-Dollar sichergestellt wurde. Morlu betont, dass die rasche Polizeireaktion gegen ihn im krassen Missverhältnis zur Untätigkeit gegenüber hochrangigen Verdächtigen in der Drogenaffäre stehe. Die Öffentlichkeit fragt laut, wer geschützt wird und warum.
Die Affäre wirft ein grelles Licht auf die Glaubwürdigkeit der Justiz. Kritiker sehen in der unterschiedlichen Behandlung einen Präzedenzfall für Justizwillkür. Die ursprüngliche Drogenerfassung hatte bereits vor sechs Wochen stattgefunden, doch bislang wurden kaum nennenswerte Fortschritte bei den Ermittlungen bekannt. Die öffentliche Debatte konzentriert sich zunehmend darauf, ob die Regierung Boakai in der Lage ist, korrupte Machtkreise unabhängig zu verfolgen – oder ob ihre Glaubwürdigkeit bereits untergraben ist.
Quellen: AllAfrica – West Africa, FrontPageAfrica