Im Rennen um die Nachfolge von António Guterres als Generalsekretär der Vereinten Nationen verliert der ehemalige senegalesische Präsident Macky Sall an Momentum. Bei der ersten nichtbindenden Abstimmungsrunde im Sicherheitsrat konnte Sall, der Senegal von 2012 bis 2024 regierte, keine ausreichende Unterstützung gewinnen, wie aus Berichten der ‚Radio France Internationale‘ (RFI) hervorgeht. Auch der ugandische Diplomat Olara Otunnu, ein weiterer Kandidat aus Afrika, scheiterte an der notwendigen Zustimmung.
Die endgültige Entscheidung über den neuen UN-Chef wird im Oktober erwartet. Bis dahin finden mehrere Abstimmungsrunden statt, die die Kandidaten auf ihre internationale Akzeptanz prüfen. Afrika pocht traditionell darauf, dass der nächste Generalsekretär von dem Kontinent kommen sollte – eine Forderung, die in diesem Jahr neue Brisanz gewonnen hat. Doch Salls Chancen, diese Erwartung zu erfüllen, scheinen nach dem schwachen ersten Wahlgang gesunken.
Als Präsident Senegals galt Sall als einer der einflussreichsten Staatschefs Westafrikas. Er setzte sich in seiner Amtszeit für wirtschaftliche Reformen, regionale Stabilität und eine stärkere Rolle Afrikas in globalen Institutionen ein. Seine Kandidatur für den UN-Posten wurde von mehreren afrikanischen Ländern begrüßt, doch fehlt ihm offenbar die nötige Unterstützung in den mächtigsten Gremien der UN, insbesondere bei den ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats.
Experten sehen in dem Ergebnis ein Signal dafür, dass die afrikanische Kandidaten noch stärker mobilisieren müssen, um in den kommenden Runden Durchbrüche zu erzielen. Bislang hat sich kein Kandidat aus dem globalen Süden klar abgesetzt. Das Rennen bleibt offen – doch für Macky Sall wird der Weg zur UN-Spitze zunehmend steiniger.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa