Malawi: Minister warnt vor eskalierender Gewalt gegen Frauen – 24.467 Fälle innerhalb eines Jahres

Der malawische Minister für Gender, Kindes- und Sozialschutz hat Alarm geschlagen: In nur einem Jahr wurden im Land 24.467 Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt (Gender-Based Violence, GBV) registriert. Diese Zahlen offenbarten die dramatische Dimension einer Krise, die trotz bestehender Gesetze weiter eskaliere, erklärte das Ministerium. Hauptprobleme seien die schwache Umsetzung der Gesetze, mangelnder Zugang zu medizinischen und psychosozialen Dienstleistungen sowie eklatante Lücken bei der strafrechtlichen Verfolgung von Tätern.

Insbesondere in ländlichen Gebieten sei die Situation besorgniserregend. Viele Frauen und Mädchen trauten sich aus Angst vor sozialer Stigmatisierung oder familiärem Druck nicht, Anzeige zu erstatten. Zudem fehle es an ausreichend geschultem Personal in Polizeistationen, Gerichten und Gesundheitszentren, das sensibel mit Betroffenen umgehen könne.

Die Regierung kündigte an, die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden, NGOs und lokalen Gemeinschaften verstärken zu wollen. Gleichzeitig müssten kulturelle Normen, die Gewalt gegen Frauen tolerierten, aktiv bekämpft werden. Experten fordern mehr Budgetmittel, um Schutzeinrichtungen auszubauen und Präventionskampagnen landesweit zu etablieren.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – Latest