Mali: Assimi Goïta verstärkt militärische Machtposition nach Tod von Sadio Camara

Seit dem plötzlichen Tod von Verteidigungsminister Sadio Camara hat Malis Übergangspräsident Assimi Goïta die Kontrolle über das Verteidigungsministerium wieder direkt übernommen. Dieser Schritt unterstreicht die zunehmende Abhängigkeit seiner Regierung von militärischer Macht und einem engen Zirkel hochrangiger Offiziere, die sowohl die Sicherheitslage als auch die politische Stabilität im Land maßgeblich beeinflussen.

Goïta, der selbst aus den Reihen der Armee hervorging, hat nach dem Tod Camares die Gelegenheit genutzt, seine Position innerhalb des Militäraparats weiter zu festigen. Die Armee gilt als zentrales Fundament seiner Herrschaft, insbesondere seit den beiden Putschen 2020 und 2021, die ihn an die Macht brachten. Nun wird befürchtet, dass die zunehmende Personalunion zwischen Staats- und Militärführung die zivile Kontrolle weiter schwächt und den Übergang zu einer demokratischen Zivilregierung verzögert.

Enge militärische Allianzen sichern die Macht

Der Machterhalt Goïtas beruht auf einer loyalen Kerngruppe von Offizieren, die an strategischen Positionen innerhalb der Streitkräfte platziert sind. Diese enge Kamarilla überwacht nicht nur die militärische Offensive gegen islamistische Rebellen im Norden und Osten des Landes, sondern sorgt auch dafür, dass innere Spannungen innerhalb der Armee unterdrückt werden. Beobachter warnen jedoch, dass diese Machtkonzentration das Risiko von weiteren internen Machtkämpfen erhöht — besonders in einer Armee, die durch wiederholte Umwälzungen und internationale Isolation geprägt ist.

Die internationale Gemeinschaft bleibt skeptisch gegenüber der Entwicklung in Mali. Die EAC und die UN haben wiederholt die Notwendigkeit eines klaren Zeitplans für Wahlen und die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung betont. Doch solange Goïta seine Macht über militärische Strukturen sichert, bleibt ungewiss, ob Mali den Weg in eine zivile Demokratie finden wird.

Quellen: The Africa Report